[Buchbesprechung] Seine Toten kann man sich nicht aussuchen – Janine Binder

Titel: Seine Toten kann man sich nicht aussuchen

Autorin: Janine Binder

Verlag: Piper

Erscheinungsjahr: 2011

 

 

Klappentext:
Einsatzstichwort „hilflose Person“. Ein dunkles Treppenhaus, leises Wimmern und keine Ahnung, welches Schreckensszenario sich hinter der Wohnungstür verbirgt.
Einsatzstichwort „gefährliche Körperverletzung“. 40 Männer schlagen sich die Köpfe ein. Ausgang ungewiss, nur eins ist klar: Unverletzt wird Janine Binder, 30 Jahre, 158 cm groß, heute nicht nach Hause gehen.

Meine Meinung:
Janine Binder gibt mit diesem Buch einen Einblick in den Polizei-Alltag. Es sind Geschichten, die das Leben schreibt, mal erschütternd, mal tragisch oder traurig, aber auch mal lustig. Insgesamt hat mich das Buch sehr angesprochen und viel Verständnis dafür geweckt, dass auch unsere „Freunde und Helfer“ einfach nicht immer gut drauf sein können und immer nett zu jedem sein können.
Manchmal hat mich die doch sehr offene Sprache allerdings auch ein bisschen abgeschreckt. Z. B. dieses Zitat „Durch die Hitze werden Leichen rasch zu großen Stinkern, die schlimmstenfalls schon seit Wochen und Monaten einsam in ihren Wohnungen vor sich hinmodern…“ (Seite 106). Es handelt sich immerhin noch um Menschen, auch wenn sie tot sind. Ein bisschen mehr Respekt hätte ich mir schon gewünscht. Sicher darf man diese Sachen denken, aber man sollte sie nicht aussprechen. Gerade hier sehe ich die Polizei (übrigens genau wie uns anderen Beamte im öffentlichen Dienst) dann doch noch als Vorbild unserer Gesellschaft an, die eben nicht alles sagen dürfen.

Am meisten berührt hat mich die Geschichte „Verreck, du alter Sack“. Wozu Menschen fähig sind ist oftmals wirklich mehr als erschreckend. Ich bin froh, dass ich nicht in der Situation bin dort zu stehen, zu sehen, wie ein Mensch stirbt und auf der anderen Zaunseite Leute zu sehen, die darüber noch lachen. Ich glaube, dass ich mich manches Mal nicht beherrschen könnte solchen Leuten gehörig meine Meinung zu geigen.

Alles in allem ein Buch, welches ich wirklich empfehlen kann. Es ist sehr flüssig geschrieben, spannend und nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Welt der Polizei.

Gepostet in 3 Federn, Gelesen 2012, Rezension
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