[Interview] mit Bettina Belitz

Ich hatte das Glück, dass mir Bettina Belitz ein Interview für meinen Blog angeboten hat. Darüber habe ich mich sehr gefreut und das Angebot habe ich natürlich gerne angenommen. Bettina erzählt ein bisschen was über sich und beantwortet einige Fragen zu ihrem neuen Buch „Linna singt„, das im September erscheinen wird. Ich hoffe, dass es für euch genauso interessant ist die Antworten zu lesen, wie es für mich war.

Magst du dich ganz kurz vorstellen?
Ich schreibe Bücher für Jugendliche und junge Erwachsene – und natürlich für alle Leser, die sich im Herzen jung fühlen oder sich gerne an seine jungen, wilden Jahre zurückerinnern lassen. Bevor ich Agentin und Verlage bekam, habe ich zwölf Jahre lang als Journalistin gearbeitet. Ich habe also schon immer mit dem Schreiben meine Brötchen verdient.

Wie bist du dazu gekommen dein erstes Buch zu schreiben?
Oh, das ist schwer in ein, zwei Sätzen zu beantworten – falls überhaupt. Es traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel, obwohl ich vorher schon gerne Geschichten erfunden und nachgespielt oder aufgeschrieben habe. Aber mit zwölf Jahren hatte ich plötzlich Tom, den Protagonisten aus „Sturmsommer“ (Thienemann Verlag), im Kopf und wusste, dass ich seine Geschichte erzählen will. Also bin ich schnurstracks losgezogen, habe mir ein DinA5-Heft-gekauft, begann damit, das erste Kapitel aufzuschreiben und habe erst damit aufgehört, als das Buch zu Ende war. Seitdem schreibe ich.

Was war es für ein Gefühl, als du das erste gedruckte Buch von dir in der Hand gehalten hast?
Freude und Aufregung vermischt mit Ungläubigkeit – und das hat sich bis jetzt kaum verändert. Allerdings wird mit jedem Buch der Druck höher. Am Anfang hat man als Autor nichts zu verlieren, aber nach einem Erfolg wie Splitterherz sind die Erwartungen ungleich höher.

Ich bin ja über die Lesung auf der Buchmesse in Leipzig auf deine Bücher aufmerksam geworden. Du wirktest sehr souverän. Bist du vor solchen Terminen aufgeregt?
Meistens erst wenige Minuten vor Beginn – dann aber so richtig. Seltsamerweise merkt man mir das kaum bis gar nicht an, wie mir anschließend immer erzählt wird. Trotz der Aufregung und des Lampenfiebers lese ich gerne und kann es nach den ersten Adrenalinschüben auch genießen. Die Nervosität legt sich spätestens bei der zweiten Seite und dann lasse ich mich in mein eigenes Buch hineinfallen. Jetzt freue ich mich vor allem darauf, aus „Linna singt“ zu lesen – ich glaube, dass es ein Roman ist, der sich sehr gut für Lesungen eignet.

Wenn du selber als Autorin auf einer Buchmesse bist. Hast du dann Zeit (und Lust) auch Lesungen anderer Autoren zu besuchen?
Lust ja, aber meistens hakt es an der Zeit. Da der Verlag in Bayreuth sitzt und ich im Westerwald lebe, nutzen wir die Buchmessen nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für Arbeitsgespräche und gemeinsame Essen und so ist mein Tag fast immer von morgens bis abends verplant. Trotzdem finde ich es immer wieder schön, auf der Messe Kollegen zu treffen – und wenn es nur für einen kurzen Plausch zwischendurch ist.

Hast du ein Lieblingsbuch, welches du unbedingt empfehlen würdest zu lesen?
Ich habe mehrere Lieblingsbücher und meistens nenne ich „Homo Faber“ von Max Frisch – aber heute wähle ich mal ein anderes, auch eines meiner meistgelesenen Bücher und ein eher unbekanntes: „Heul doch den Mond an“ von Werner J. Egli. Egli hat wie ich früher mit dem Journalismus sein Geld verdient, aber auch ein paar Jugendromane geschrieben. „Heul doch den Mond an“ ist die (autobiografische) Geschichte von einem jungen Aussteigerpaar, das mit dem VW-Bus von Kanada bis runter nach Mexiko fährt und unterwegs einen verletzten, jungen Halbwolf aufgabelt. Und Paula, Werners Freundin, will ihn unbedingt behalten … Es folgen jede Menge Turbulenzen und Abenteuer. Egli hat einen trockenen, witzigen Stil und die Geschichte ist voller Herz und außerdem ein echtes Stück Zeitgeschichte. Wenn ich darüber schreibe, möchte ich es sofort wieder lesen.

Welches Buch liest du aktuell?
Im Moment gar keins, da ich mich mitten im Fintuning von „Linna singt“ befinde und es erfahrungsgemäß besser ist, wenn ich mich in solchen Phasen nur mit meinem eigenen Buch beschäftige.

Dein aktuelles Buch, das im September bei Script 5 erscheint ist ja „Linna singt“. Wie bist du auf die Idee zu diesem Buch gekommen?
Die Grundidee ist schon einige Jahre alt – der Füllstoff aber ergab sich nach und nach, als ich wusste, wie die Heldin gestrickt ist. Es ist immer schwierig zu sagen, wie man auf eine Idee kommt – bei mir sind das manchmal tatsächlich Eingebungen, deren Ursprung ich nicht benennen kann, aber das Plotten selbst ist ganz normales Handwerk.

Wie lange hast du an „Linna singt“ geschrieben, bis es veröffentlichungsreif war?
Veröffentlichungsreif ist ein Buch erst, wenn es kurz vor dem Druck steht und sämtliche Korrekturen, auch winzigste, gemacht wurden. Aber den ersten Wurf habe ich innerhalb von etwas mehr als zwei Monaten geschrieben. Anschließend geht man noch ein, zwei Mal dran und macht einige inhaltliche Änderungen oder Ergänzungen, bevor man an den Kleinigkeiten feilt.

Bei einigen Lesern steht „Linna singt“ bestimmt schon auf der Wunschliste. Trotzdem die Frage: Wem empfiehlst du dieses Buch?
Allen, die ungewöhnliche, starke Heldinnen mögen, und Lust an einer Story haben, bei der sich Spannung, psychologische Momente und eine Liebesgeschichte nahtlos miteinander verbinden. Es geht um Freundschaft, Geheimnisse und Lebenslügen. Der Ton wird allerdings ein anderer sein als in der „Splitterherz-Trilogie“ und erst recht als der in „Luzie & Leander“. „Linna singt“ ist das erwachsenste Buch, das ich bisher geschrieben habe; ich würde es ab 18 aufwärts empfehlen. Denn, ganz wichtig: Es ist KEIN Jugendbuch. script5 ist ein Verlag für junge Erwachsene.

Kannst du dich daran erinnern, welches dein Lieblingsbuch in deiner Kindheit war?
Ich habe schon als Kind sehr viel gelesen, aber eines meiner Lieblingsbücher war Ronja Räubertochter und ich lese es auch heute noch sehr gerne.

Gibt es etwas, was du schon immer mal im Interview beantworten wolltest, aber nie jemand fragt?
Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht und mir fällt spontan auch nichts ein. Bisher fand ich die Fragen, die mir in Interviews gestellt, eigentlich immer interessant, auch wenn sich einige natürlich wiederholen. Aber ich versuche sie, stets individuell zu beantworten. Manche Antworten ändern sich ja auch im Laufe der Zeit. Bisher wurde es mir nicht langweilig! 🙂

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Bettina Belitz für dieses spannende Interview!
Wer mehr über die sympathische Autorin und ihre Bücher erfahren möchte klickt einfach auf ihrer Homepage oder bei Facebook rein.

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5 Kommentare zu [Interview] mit Bettina Belitz

  1. Elli sagt:

    Tolles Interview! Und dem Bild nach zu urteilen, musst du bei der Lesung direkt neben mir gestanden haben! :O

  2. Monika sagt:

    Wow, ein tolles Interview! Hat Spaß gemacht es zu lesen 🙂 Linna singt ist schon auf meiner Wunschliste 🙂

    LG
    Monika
    http://www.suechtignachbuechern.blogspot.de

  3. Theatergeist sagt:

    Guten Morgen,

    ein schönes und toll zu lesendes Interview. Schade, dass es das Einzige ist. So etwas würde ich gern öfter lesen 🙂

    Viele Grüße,
    Theatergeist

    • Danke dir! Ich hatte zwischendurch schon überlegt mal mehr Interviews zu führen, aber irgendwie sind die derzeit überall zu finden. Irgendwann sind die Autoren sicher genervt, wenn immer dasselbe gefragt wird. Ich nehm den Hinweis aber nochmal auf und überleg mir mal was.
      LG
      Yvonne

  4. […] nett und schreibt wundervolle Bücher. Bereits nach der Leipziger Buchmesse 2013 hat sie mir ein Interview gegeben und meine Rezensionen zu ihren Büchern könnt ihr auch gerne mal durchstöbern. Ich lege […]

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