[Hörbuch-Buchbesprechung] In den Augen der anderen – Jodi Picoult

Picoult_in_den_augen_der_anderenTitel: In den Augen der anderen

Autorin: Jodi Picoult

Verlag: Lübbe Audio

CD´s: 6

Erscheinungsjahr: 2011

 

Sprecher:
Nicolás Artajo spricht die Rolle des unter dem Asperger-Syndrom leidenden Jacob
Maximilian Artajo liest den Part des Bruders Theo
Irina Scholz  verkörpert die Mutter Emma
Philipp Schepmann  spricht den Anwalt Oliver
Rolf Berg interpretiert die Figur des Detective Rich

Klappentext:
Jacob Hunt hasst die Farbe Orange. Und er hasst es, wenn sein gewohnter Tagesablauf gestört wird. Routinen sind für ihn lebenswichtig, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer autistischen Störung. Deshalb kocht Emma, seine Mutter, montags nur grüne Speisen und dienstags rote. Und längst hat sie Jacobs Besessenheit für Kriminaltechnik akzeptiert. Doch dann wird seine Erzieherin Jess erschlagen aufgefunden, und Jacob wird des Mordes an der jungen Frau verdächtigt.
Die mühsam erkämpfte ‚Normalität’ in Emmas kleiner Familie bricht zusammen. Jacob muss sich sich vor Gericht verantworten. Alle Beweise sprechen gegen ihn. Doch Emma nimmt den Kampf auf. Denn es geht darum, ihren Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren – und um die Rechte von Menschen, die anders sind.

Meine Meinung:
Sehr gut gefallen hat mir, dass die Geschichten der 5 Hauptpersonen von verschiedenen Sprechern erzählt werden. Dadurch ist es sehr einfach zu erkennen, wer gerade spricht. Alle Sprecher haben ihrer Figur wirklich Leben eingehaucht und schafften es gut, die Gefühle und Charaktere der einzelnen Personen auf den Hörer zu übertragen.

Alle Figuren wurden von Jodi Picoult sehr vielschichtig und interessant gestaltet. Allen voran natürlich Jacob, der unter einer Form von Autismus leidet. Ich habe keine Erfahrungen mit Menschen mit diesem Leiden, so dass ich nicht darüber urteilen kann, ob die Autorin diese Krankheit richtig dargestellt hat. Sie hat es aber geschafft, dem Hörer deutlich zu machen, wo für Jacob das Problem vor Gericht liegt. Jacob antwortet immer ehrlich und immer genau auf die gestellte Frage. Er versteht keine Zwischentöne, keinen Sarkasmus, keine zweideutigen Fragen. Durch seine direkten Antworten lenkt er die Verhandlung nicht immer in die Richtung, die sie eigentlich nehmen sollte. Mich machte die Geschichte so unglaublich wütend, weil man als Hörer natürlich wusste, worauf es hinausläuft und sich immer wieder wünschte, dass Jacob anders reagieren und antworten möge. Aber, natürlich konnte er das nicht.

Was mich ein wenig verwundert hat war, dass niemand, weder die Staatsanwältin, noch der Richter und auch nicht der eigene Anwalt von Jacob, anscheinend bereit war die richtigen Fragen zu stellen. Sowohl Hörer, als auch Beteiligte hatten doch eigentlich schnell durchschaut, wie Jacob tickt und wie er antwortet. Mit den richtigen Fragen wäre die Wahrheit schnell ans Licht gekommen. Anscheinend war das aber nicht gewollt, was man im Falle der Staatsanwältin noch halbwegs nachvollziehen kann. Einerseits wird Jacob der Freiraum eingeräumt, den er braucht; er bekommt einen eigenen Raum zum zurückziehen, der Richter nutzt seinen Hammer nicht, etc… Trotzdem stellt man sich als Hörer die Frage, ob das Rechtssystem eigentlich auf Menschen, die nicht der Norm entsprechen ausgelegt ist, oder ob versucht wird, diese dann doch wieder in eine Norm zu pressen.

Gar nicht gefallen hat mir das offene Ende der Geschichte. Es wird nicht aufgeklärt, wer der Mörder von Jess war bzw. ob jemand verurteilt wird. Der Leser wird im Dunkeln stehen gelassen. Wegen dieses offenen Endes gibt es von mir eine Feder Abzug. Ich komme damit ehrlich gesagt gar nicht klar. Ansonsten handelt es sich um eine spannende Geschichte, der ich atemlos gefolgt bin. Dies war mein erstes Buch von Jodi Picoult, aber sicher nicht mein letztes.

Gepostet in 4 Federn, Gehört 2013, Rezension
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3 Kommentare zu [Hörbuch-Buchbesprechung] In den Augen der anderen – Jodi Picoult

  1. Ein offenes Ende würde mich auch total ärgern.
    Leider sind Hörbücher nichts für mich. Ich kann mich einfach nicht drauf konzentieren. Die Geschichte an sich mit dem Autismus klingt sehr interessant. Danke für deine schöne Rezension.

    Liebe Grüße
    Vanessa

  2. Mikka sagt:

    Huh, das ist ja komisch! Ich habe das Buch vor längerer Zeit gelesen, und da kam nachher raus, was passiert war… Warum haben sie das im Hörspiel denn einfach weggelassen, das macht doch eigentlich keinen Sinn.

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