[Hörbuch-Buchbesprechung] Love letters to the dead – Ava Dellaira

Dellaira_Love_letters_to_the_deadTitel: Love letters to the dead

Autorin: Ava Dellaira
Sprecherin: Annina Braunmiller

Verlag: audio media

Erscheinungsjahr: 2015

5 CDs, 371 Minuten

 

 

Klappentext:
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten. Doch erst, als Laurel die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich echt Probleme hatte mich in dieses Buch einzuhören. Die Sprecherin macht ihre Sache großartig, aber Laurel hat mir am Anfang gar nicht gefallen. Sie ist das perfekte Opfer. Sie macht sich viel kleiner, als sie ist, vergleicht sich ständig mit ihrer Schwester May und denkt sogar, dass alles besser wäre, wenn sie einfach so tut, als ob sie May ist. Sie zieht Mays Sachen an und überlegt bei allem, was sie tut, was ihre Schwester wohl getan hätte. Ich fand dieses Verhalten nach einiger Zeit sehr anstrengend. Später allerdings wandelte sich mein Bild ein wenig und ich bekam eher Mitleid mit Laurel. Sie ist wirklich ein Opfer. Ihre Schwester May stirbt und niemand ist da, der sie auffängt. Ihre Eltern leben nicht mehr zusammen und Laurel selbst wird wochenweise von ihrem Vater zu ihrer Tante gereicht und zurück. Laurel droht an ihrem Leben zu zerbrechen. Was muss das Mädchen gelitten haben…

Die anderen Figuren in der Geschichte bleiben recht blass. Man erfährt relativ wenig über sie. Einzig Sky nimmt eine etwas größere Rolle ein, aber auch eher gibt eher wenig von sich preis, so dass ich ihn nicht immer so richtig in die Geschichte einordnen konnte.

Die Art, diese Geschichte in Briefen an verstorbene Persönlichkeiten zu schreiben, hat mir gut gefallen. Dabei fällt auf, dass die Laurels jeweilige Geschichte immer auch einen, wenn auch zum Teil sehr kleinen, Bezug zu der Geschichte des Verstorbenen hat. Ich hatte direkt das Gefühl auch die im Buch erwähnten Verstorbenen Persönlichkeiten ein bisschen näher kennen gelernt zu haben.

Die Sprache ist sehr einfühlsam, manchmal fast schon poetisch. Dabei ist sie manchmal aber auch zu distanziert. Ich bin nicht sicher, ob diese Distanz, die ich mehrmals zu den einzelnen Geschichten Laurels gespürt habe an der Art des Erzählens liegt oder an der Schreibweise. Ich glaube, dass man dadurch, dass Laurel die Dinge nicht direkt erlebt, sondern darüber schreibt, manches Mal eine gewisse Distanz aufbaute. Außerdem wirkt die Schreibweise zum Teil sehr hochgestochen, sehr durchdacht. Man würde doch meinen, dass ein Teenager, der knapp davor ist, am Leben zu zerbrechen, doch den einen oder anderen Gefühlsausbruch durchmachen würde. Bei Laurel scheint dies nicht wirklich der Fall zu sein.

Mir geht es nicht oft so, dass eine Geschichte noch lange in mir nach klingt. Bei diesem Hörbuch aber war es so, dass es mich, je länger es her ist, dass ich es gehört habe, umso stärker berührt. Ich habe noch mehrmals über Laurels Geschichte nachgedacht und immer wieder das eine oder andere gefunden, über das es sich noch weiter nachzudenken lohnt. Von mir bekommt dieses Hörbuch 3 Federn.

Gepostet in 3 Federn, Gehört 2015, Rezension
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