[Buchbesprechung] Vertauschte Leben – Birgit Gassmann

Gassmann_vertauschte_lebenTitel: Vertauschte Leben

Autorin: Birgit Gassmann

Verlag: Gerth Medien

Erscheinungsjahr: 2013

Seiten: 336

 

Klappentext:
Gabi und Gerd Bender sind stolz auf ihren 17-jährigen Sohn Tim: Er ist ein brillanter Schüler und ein begabter Pianist. Doch ihr wohlgeordnetes Leben gerät ins Wanken, als herauskommt, dass Tim gar nicht ihr leiblicher Sohn ist, sondern bei der Geburt mit David Liegers vertauscht wurde.
David ist nach einer Hirnhautentzündung behindert. Seine Eltern Mona und Rolf lieben ihn dennoch bedingungslos. Beide Familien müssen nun einen Weg finden, mit dieser kaum fassbaren Situation umzugehen …

Meine Meinung:
Die Geschichte ist in Teilen spannend erzählt und wusste zu fesseln und zu berühren. Sie weist allerdings auch deutliche Längen auf, und zwar vor allem in dem Teil in dem wir Tim begleiten, wie er seine Pläne schmiedet. Hier war ich irgendwann so genervt, dass mir eigentlich total egal war, was er nun genau vor hat. Auch fand ich seine Reaktion bzw. sein Vorhaben ziemlich überzogen.

Gut gefallen hat mir die Geschichte um die Familie von David. Rolf, Mona und Katrin sind Menschen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben und dies auch Tim immer wieder vermitteln. Sie nehmen David so, wie er ist und begleiten ihn durch sein Leben. Die Familie ist sehr gläubig und vermittelt ihr Verständnis von Gott dem Leser, ohne die Moralkeule auszupacken.

Tim war mir fast die gesamte Zeit äußerst unsympathisch. Er bezeichnet David als sabbernden Idioten und Schlimmeres. Einerseits wird immer wieder herausgestellt, dass er dies tut, da er eigentlich neidisch auf David und seine Familie ist. Dennoch konnte ich kein Mitgefühl mit Tim empfinden. Er benahm sich einfach nur unmöglich gegenüber David. Im Verlaufe des Buches kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Tim genau so geworden ist, wie sein Vater ihn erzogen hat. Nach außen die heile Familie, aber hinter den Kulissen läuft es nicht besonders gut.

Von mir gibt es 3 Federn für einen Roman, der durch seine tiefsinnigen Gespräche, auch über Gott, in der Familie Liegers zu bezaubern und zu berühren weiß, aber ansonsten leider über weite Strecken sehr langatmig geschrieben ist.

Gepostet in 3 Federn, Gelesen 2015, Rezension
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