[Buchbesprechung] Sterne über Tauranga – Anne Laureen

Laureen_sterne_ueber_taurangaTitel: Sterne über Tauranga

Autorin: Anne Laureen

Verlag: Bastei Lübbe

Erscheinungsjahr: 2010

Seiten: 414

 

Klappentext:
Zum Missfallen ihrer Eltern bemüht die junge Ricarda Bensdorf sich um eine Anstellung als Ärztin  in der Berliner Charité. Aber im Jahr 1893 sind Medizinerinnen in Preußen noch unvorstellbar. Als die Eltern sie zu einer Ehe drängen, beschließt Ricarda, nach Neuseeland auszuwandern, da Frauen dort mehr Rechte besitzen. Heimlich tritt sie die gefährliche Reise an, nicht ahnend, dass sie auch am anderen Ende der Welt auf große Widerstände stoßen wird. Ohne die Hilfe eines mutigen Farmers und die Künste einer Maori-Heilerin wäre sie rettungslos verloren …

Meine Meinung:
Im ersten Teil wird die Geschichte erzählt, wie Ricarda aus Zürich als promovierte Ärztin zurück ins Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts kommt. Ihr Vater, der sie dabei unterstützt hat zu studieren, ist plötzlich wie verwandelt und verbietet ihr, sich als Ärztin zu bewerben. Er will sie verheiraten, so wie es sich für eine Tochter aus gutem Hause gehört.

Ricardas Vater, Heinrich Bensdorf, konnte ich am wenigsten verstehen. Zuerst scheint er sehr viel aufgeschlossener als Männer seiner Generation und lässt Ricarda studieren. Als sie ihr Wissen aber nutzen will, da zeigt er nicht mal mehr das kleinste Fünkchen Verständnis. Für mich war dieser krasse Wandel nicht nachvollziehbar.

Ricarda ist eine starke junge Frau. Sie setzt sich für das ein, was ihr Lebenstraum ist, obwohl das für Töchter aus ihren Kreisen durchaus nicht das ist, was die Gesellschaft für die vorgesehen hat. Sie hat den Mut, auszusprechen, was ihr durch den Kopf geht, bleibt dabei aber authentisch, wenn sie z. B. leicht hysterisch wird, als sie einem jungen Arzt vor den Kopf knallt, dass sie mehr kann, als Hausfrau und Mutter sein. So stellt man sich eine junge Frau des 19. Jahrhunderts vor, dass es ihr eben doch nicht so leicht fällt gegen den herrschenden Gesellschaftsstil aufzubegehren und dabei ruhig und gelassen zu bleiben. Ihren Schritt, nach Neuseeland zu gehen, fand ich wahnsinnig mutig.

Im weiteren wird dann von Ricardas Erlebnissen in Neuseeland berichtet. Auch hier muss sie für sich selbst einstehen und es ist nicht alles so rosig, wie sich zunächst gedacht hat. Aber, sie gibt nicht auf.

Insgesamt fand ich es unglaublich interessant, was Anne Laureen über die Widerstände, die Ricarda und auch Jack überwinden müssen schreibt. Sie liefert mir eine logisch aufgebaute Geschichte voller Spannung, aber auch voller Magie. Ich habe jede einzelne Zeile genossen und mit atemloser Spannung Ricardas Werdegang in Neuseeland verfolgt.

Ich glaube, dass sich für mich langsam herauskristallisiert, dass ich Romane, die ab dem 19. Jahrhundert spielen und die Entwicklung der Frau in der Gesellschaft aufzeigen ganz gerne lese. Ich werde demnächst wohl auch mal verstärkt Ausschau nach diesen Büchern halten.

Von mir gibt es für einen sehr authentischen Roman über eine starke junge Frau 5 Federn, da ich absolut keine Kritikpunkte habe und mich in diese Geschichte hineinziehen lassen konnte.

Gepostet in 5 Federn, Gelesen 2014, Rezension
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