[Buchbesprechung] Splitterherz – Bettina Belitz

Titel: Splitterherz

Autorin: Bettina Belitz

Verlag: script 5

Erscheinungsjahr: 2010

 

 

Klappentext:
Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen.
Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.

Ein Zitat:
„Vielleicht aber auch, weil du meine Tochter bist. Mein eigen Fleisch und Blut. Jedenfalls – jedenfalls bist du für mich so interessant wie eine Scheibe Toastbrot. Rein traumhungertechnisch gesehen.“
Seite 260/261

„Hast du mich erwartet? Zum Abendessen?“, fragte ich vorsichtig und bewusst doppeldeutig weiter?
„Zum Abendessen oder als Abendessen?“, entgegnete er mit einem diabolischen Lächeln.
Seite 327/328

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich die ersten gut 100 Seiten etwas Mühe hatte an der Geschichte dran zu bleiben. Die Geschichte wird recht langsam aufgebaut, nicht uninteressant, aber auch nicht wirklich spannend. Elisabeth (auch Elisa oder Ellie genannt) zieht von Köln aufs platte Land und fühlt sich dort einfach nur unwohl. Das Problem war, dass sie mir von Anfang an unsympathisch war und so musste ich mich etwas zwingen weiterzulesen.

Schön war, die neue Umgebung von Ellie mit ihren Augen erleben zu dürfen. Es wird sehr viel gezeigt, so dass man sich die Umgebung und die Personen gut vorstellen kann. Irgendwie ist es auch diese schöne, klare, bildhafte Sprache, die mich immer wieder mit sich weiter gezogen hat, selbst dann, wenn gar nicht viel passiert ist. Außerdem fand ich den Schreibstil oft sehr humorvoll. Nach gut 100 Seiten hatte ich mich in die Geschichte eingelesen, die Charaktere fingen an mich zu interessieren und Ellie faszinierte mich (zwar auf irgendwie abstoßende Weise, weil ich sie bis fast zum Ende hin noch immer nicht mochte, aber nichts desto trotz wollte ich wissen, was mit ihr passiert).

Da es sich um eine Trilogie handelt finde ich es recht gut, dass den Charakteren und der Umgebung so viel Raum gelassen wurde um sich einzuführen und vorgestellt zu werden. Band 2 und Band 3 bieten sicher noch genug Raum um Spannung aufkommen zu lassen.

Ellie ist ein Charakter den ich nur schwer einordnen kann. Sind die jungen Mädchen aus der Stadt so? Sie ist unsicher, dauernd müde (gut, das erklärt sich nachher noch warum das so ist) und nervt irgendwie immer nur. Anstatt sich in die Klasse zu integrieren hält sie sich fern, obwohl ihr die Mädchen und Jungen nicht sonderlich abweisend gegenüber agieren. Sie mag weder Spinnen noch Pferde und als sie mit Maike zum Pferdehof fährt, da fällt sie fast vom Fahrrad vor Anstrengung. Sportlich ist sie also auch nicht gerade… Im Laufe des Buches entwickelt sie sich weiter. Ellie wird mehr und mehr zu einer 17jährigen, die ihren eigenen Weg geht. Auf den letzten 100 Seiten war sie mir plötzlich sogar sympathisch, dennoch bleibt ein gewisser Grad an Genervtheit über ihre Art einfach bestehen. Ich bin sehr gespannt, wie sich Ellie in den beiden weiteren Bänden weiter entwickeln wird.

Colin, der rätselhafte Fremde, war mir recht schnell sympathisch. Immer wieder ist er zur Stelle um Ellie zu retten. Zwischendurch weiß man manchmal nicht, was seine Beweggründe sind. Liebt er sie? Will er ihr etwas Böses? Will er Ellies Vater etwas Böses? Aber genau das macht den Reiz für mich aus. Colin bewegt sich anfangs irgendwo zwischen anziehendem jungem Mann und bösem Schurken, der aber dennoch ungeheuer anziehend wirkt. Sagt er ihr die Wahrheit oder spielt er ihr nur etwas vor? Als er Ellie die Tränen „wegisst“, da war es vollends um mich geschehen. Einerseits ungeheuer kitschig sich diese Szene vorzustellen, aber andererseits zum dahinschmelzen. Colin ist der Charakter, der dieses Buch spannend macht, da man einfach wissen will, was mit ihm los ist.

Ellies Vater, Leo, ist mir zwischenzeitlich ein Rätsel. Er will Ellie vor Colin schützen. Er sagt ihr aber nicht, warum Colin für die Familie gefährlich sein könnte. Als Vater eines Teenagers, und dann noch als Psychiater sollte er wissen, dass man mit einem solchen Verbot die Anziehungskraft nur noch erhöht. Natürlich hält sich Ellie nicht an das Verbot und findet ihren Weg zu Colin.

Tillmann ist ein Charakter von dem wir zunächst nicht viel erfahren. Sehr süß fand ich, als er in Ellies Zimmer gestürmt kam, weil er sich Sorgen um sie gemacht hat. Er entpuppt sich zum Ende des Buches hin als große Hilfe. Ich denke mal, dass er im nächsten Band wieder eine Rolle spielen wird.

Alles in allem vergebe ich für das Buch 4 Federn. Ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt, auch wenn in Splitterherz viele Szenen sehr ausführlich beschrieben werden. Ich kann nur jedem raten über die ersten 100 Seiten hinaus durchzuhalten. Es lohnt sich, denn das Buch zieht einen in seinen Bann! Der Schreibstil insgesamt gefällt mir sehr gut. Es hat wirklich viel Spaß gemacht das Buch zu lesen.

Nun freue ich mich darauf möglichst bald den zweiten und den dritten Band zu lesen. Auf den zweiten Band warte ich gerade und den Dritten werde ich mir heute noch bei Amazon bestellen.

Gepostet in 4 Federn, Gelesen 2012, Rezension
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Ein Kommentar zu [Buchbesprechung] Splitterherz – Bettina Belitz

  1. […] hat mir noch besser gefallen, als Splitterherz. Auch hier geht es wieder recht langsam und gemächlich los. Der Schreibstil ist ausführlich und […]

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