[Buchbesprechung] Sophia dem Abgrund so nah – Valerie Le Fiery

Fiery_sophia_dem_abgrund_so_nahTitel: Sophia – dem Abgrund so nah

Autorin: Valerie Le Fiery

Verlag: Roman Verlag

Erscheinungsjahr: 2014

Seiten: 190

Leseprobe

Klappentext:

Sophia hat alles, was man sich mit Mitte dreißig wünschen kann – einen gut aussehenden Mann, einen tollen Job, ein eigenes Häuschen und eine Tochter, die allerdings gerade mitten in der Pubertät steckt.

Eigentlich könnte sie glücklich und zufrieden sein, wenn …
… es nicht immer wieder Streit mit dem Angetrauten gäbe.
… sie auch ab und zu einmal Zeit hätte … für sich und die Familie.
… das Leben nicht eines Tages ohne Vorwarnung eine falsche Karte ausspielen würde.

Meine Meinung:
Aufgrund einiger sehr positiver Rezensionen habe ich mich für dieses Buch beworben. Leider muss ich gestehen, dass ich extreme Probleme damit hatte, mit Sophia und ihrer Geschichte warm zu werden. Schon nach 27 Seiten war mir Sophia derart unsympathisch, dass ich das Buch am liebsten aus der Hand gelegt hätte. Da es sich um ein Rezensionsexemlar handelt, las ich aber weiter. Um es gleich vorweg zu nehmen. Sophia wurde mir nicht sympathischer, was es mir extrem schwer machte, Mitgefühl mit ihr zu empfinden. Ich habe die ganze Geschichte eher wie ein neutraler Beobachter gelesen und immer öfter über sie den Kopf geschüttelt. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn das Buch in der „Ich-Perspektive“ aus Sophias Sicht geschrieben wäre. Wir scheinen hier einen auktorialen Erzähler zu haben, denn immer wieder werden auch Ereignisse und Gedanken geschildert, die Sophia gar nicht wissen kann. Ich denke, dass diese Perspektive Sophia zusätzlich von mir entfernt hat.

Was mir an dem Buch gut gefallen hat ist, dass es, aufgrund der detaillierten Schilderung, aufrüttelt. Das Buch zeigt auf, wie schnell es gehen kann, dass ein im Leben stehender Mensch Dinge erlebt, die ihn zu Fall bringen. Es wurde gut dargestellt, wie ein Mensch in diese Abhängigkeit rutscht, ohne es überhaupt zu bemerken. Sehr erschreckend, ebenso, wie leicht sie an immer mehr Tabletten kam, indem sie einfach immer wieder den Arzt wechselte.

Abscheulich fand ich das Verhalten von Sophias Familie. Ihr (Ex-)Mann war in meinen Augen ein ziemlicher Schmarotzer, der sie irgendwann eiskalt fallen gelassen hat. Unheimlich erschreckend fand ich auch, wie die Tochter scheinbar von Vater und Großeltern aufgewiegelt wurde.

Die beiden Lichtblicke in diesem Roman sind definitiv Charlie und Hendryk. Zwei Menschen mit Herz und Mitgefühl. Charlie hat großartig reagiert, als sie Sophia fand und ihr in der schweren Zeit des Entzugs beigestanden. Nun muss man allerdings auch sagen, dass Charlie gelernte Krankenschwester ist. Ich glaube nicht, dass man ohne medizinische Ausbildung nachmachen sollte, was sie getan hat.

Ich habe lange geschwankt und mich dann zu ganz knappen 3 Federn durchgerungen, da ich das Thema extrem wichtig finde und es definitiv aufrüttelt. Aufgrund des wenig emotionalen Schreibstils und der gewählten Erzählperspektive wäre dieses Buch jedoch bei weitem nicht meine erste Wahl.

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an Blogg Dein Buch und den Roman Verlag.

Gepostet in 3 Federn, Gelesen 2015, Rezension
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Ein Kommentar zu [Buchbesprechung] Sophia dem Abgrund so nah – Valerie Le Fiery

  1. Hallo Yvonne, vielen Dank für dein Feedback!

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