[Buchbesprechung] Ready Player One – Ernest Cline

Cline_Ready_Player_oneTitel: Ready Player One

Autor: Ernest Cline

Verlag: Penhaligon

Erscheinungsjahr: 2012

 

 

Klappentext:
Wer online stirbt, ist wirklich tot!

Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!

Meine Meinung:
Das Cover, einem alten PC-Spiel nachempfunden, gefällt mir sehr gut. Es passt zu dem Buch.

Ready Player One spielt in einer Welt, in der es den Menschen schlecht geht. Die Hauptperson des Buches, Wade, lebt in einem Trailerpark, in dem die Trailer nicht mehr nur nebeneinander, sondern sogar übereinander gestapelt stehen. Die Menschen verlagern ihr Leben immer mehr in die virtuelle Realität der OASIS, einer simulierten Welt, in der sie sich dank modernster Ausrüstung, wie Videobrille und haptischen Handschuhen, wie in der realen Welt bewegen können. Der Erfinder dieser Welt, James Halliday, ist zwischenzeitlich verstorben, aber er hat ein sogenanntes Easter Egg hinterlassen. Für die Nicht-Computerspieler unter uns. Ein Easter Egg ist eine versteckte Besonderheit in einem Computerspiel (z. B. ein Geheimlevel).Wer als erstes Hallidays Osterei in der virtuellen Welt findet, wird alles erben, was dieser besessen hat. Und das ist nicht wenig. Es geht um Millionen. Die Jagd beginnt.

Das Buch liest sich von der ersten Seite an sehr flüssig, die Sprache ist trotz der vielen eingestreuten Begriffe aus der Computerwelt und den Infos zu den 80er Jahren gut zu verstehen. Den Anfang fand ich trotz der flüssigen Sprache etwas ermüdend, da man mit vielen Begriffen aus der Computerwelt, alten TV-Serien und Infos zu alten PC-Spielen regelrecht bombadiert wurde. Für jemanden, der zwar früher mal ganz gerne das eine oder andere Spiel gespielt hat, aber sich nicht wirklich auskennt war das doch recht viel auf einmal.

Richtig enttäuscht war ich dann leider vom Auffinden des ersten Schlüssels. Nachdem die halbe Menschheit (oder mehr) über 5 Jahre nach dem ersten Schlüssel, dem Kupferschlüssel gesucht hat und es niemandem gelungen ist, hat Wade die entscheidende Idee. Soweit so gut… Wer nun aber denkt, dass es spannend wird, der irrt. Wade hat die Idee, er geht auf die Suche, muss sich durch ein simuliertes Computerspiel zu einem Zauberer vorkämpfen und dort gegen diesen ein Spiel spielen. Das Spiel gewinnt er und erhält den ersten Schlüssel. Alles auf gerade mal 20 Seiten. Hier kam leider keine wirkliche Spannung auf. Ich hätte mir erhofft, dass unser Held an dieser Stelle nicht so einfach durchkommt, sondern ihm vielleicht doch noch einmal der eine oder andere Knüppel zwischen die Beine geworfen wird.

Ab Seite 150 ungefähr wird es dann aber richtig spannend. Wade sind Verfolger auf den Fersen. Sowohl seinem Freund Aech, als auch seinen erst später Verbündeten, Art3mis und die beiden japanischen Brüder gelangt es kurz nach Wade den Kupferschlüssel zu erlagen. Nun kommt die IOI ins Spiel. Eine Organisation, die nur ein Ziel hat; das Osterei finden und die Herrschaft über die OASIS an sich zu reißen. Die IOI verfügt über genug Männer und Frauen um rund um die Uhr zu spielen und jeweils den Spieler einzusetzen, der die benötigte Geschicklichkeit vorweisen kann. Es beginnt ein skrupelloser Kampf gegen die „High Five“, wie die ersten 5 Finder genannt werden. Dabei schreckt die IOI auch nicht davor zurück auch in der realen Welt Gewalt einzusetzen. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Es wurde immer spannender und spannender, vor allem als Wade sich bei der IOI einschleust um diese zu Fall zu bringen.

Alles endet in einem großen Showdown, bei dem es mir manchmal so ging, dass ich vergessen habe, dass sich die Spieler „nur“ in einer virtuellen Welt bewegen. Es kam mir doch alles sehr real vor, weil ich einfach so stark in die Geschichte eingetaucht war.

Die Figuren sind sympathisch, aber bleiben etwas farblos. Dadurch, dass man die meiste Zeit mit den Avataren in der virtuellen Welt ist, erfährt man relativ wenig über die realen Menschen hinter den Avataren. Das fand ich ein bisschen schade, weil man dadurch auch wenig über die Gefühls- und Gedankenwelt erfuhr. Am Rande zweifelt Wade ab und an daran, ob es gut ist, sein Leben hauptsächlich in einer virtuellen Realität zu verbringen und keine wirklich sozialen Kontakte zu haben. Manchmal hätte ich mir hier allerdings eine etwas stärkere Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht.

Ich habe es genossen das Buch zu lesen, würde es aber nur Lesern empfehlen, die mit der Welt der PC-Spiele etwas anfangen können. Wen Computerspiele überhaupt nicht interessieren, der wird das Buch voraussichtlich nach nur wenigen Seiten genervt in die Ecke werfen. Vor allem, weil der Leser, der in den 80er Jahren noch nicht bewusst etwas von Computerspielen mitbekommen hat viele Anspielungen eher nicht verstehen wird. So ging es mir zumindest von Zeit zu Zeit.

Gepostet in 3 Federn, Gelesen 2012, Rezension
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