[Buchbesprechung] Kindheit in Trümmern – Barbara Warning

Warning_Kindheit_in_TruemmernTitel: Kindheit in Trümmern

Autorin: Barbara Warning

Verlag. Ravensburger

Erscheinungsjahr: 2015

Seiten: 192

Klappentext:
21 Menschen berichten über ihre Kindheit zwischen Kriegsende und Wirtschaftswunder. Die Erfahrungen jener Jahre haben sie ein Leben lang geprägt. In ihren berührenden Schicksalen wird Geschichte lebendig und begreifbar.
Geboren in den Wirren des Krieges, in Hunger, Bombenhagel und mit der Angst vor dem Tod. Geflüchtet mit dem, was sie auf dem Leib tragen konnten, unermessliches Leid vor Augen. Für heutige Jugendliche nicht mehr vorstellbar. Und doch sind es ihre Großeltern, die dieses Schicksal erfahren haben und die nur noch wenige Jahre davon erzählen können, wie sie Flucht und Vertreibung überlebt, ihren Alltag in den zerbombten Städten organisiert haben. Und was aus den Wunden ihrer Kindheit geworden ist. Dieses Buch erzählt ihre Geschichten.

Meine Meinung:
Ich finde es sehr schwierig Biografien zu rezensieren. Alle Erlebnisse, die in diesem Buch geschildert werden sind wahre Ereignisse und die kann man weder bewerten noch beurteilen.

Ich denke, dass Barbara Warning die Geschichten aus den Erzählungen der Menschen aufgeschrieben hat und nicht jeder seine eigene Geschichte geschrieben hat. Der Schreibstil ist bei allen Geschichten ähnlich und sehr ansprechend. Man kann die Geschichten gut lesen. Sie sind inhaltlich alle sehr unterschiedlich. Jeder hat den Krieg bzw. die Zeit danach auf seine ganz eigene Art und Weise erlebt. Dieses Buch sollte man lesen, aber man sollte sich Zeit lassen. Es bringt, meiner Meinung nach nichts, alle Geschichten hintereinander weg zu lesen. Man sollte sich die Zeit nehmen sie sacken zu lassen, sie auf sich wirken zu lassen und darüber nachzudenken.

Ich selber habe von meinen Großeltern keinerlei Informationen aus dieser Zeit. Ich weiß, dass mein Opa auf Helgoland stationiert war und schräg gegenüber des Hauses meiner Großeltern befindet sich ein alter Flakbunker, der auch während des Krieges in Benutzung war, aber erzählt haben sie nie etwas darüber. Leider sind inzwischen auch alle verstorben, oder können sich nicht mehr erinnern, so dass die Erlebnisse hier vor Ort ein ewiges Geheimnis bleiben werden. Gerade vor diesem Hintergrund war es umso spannender und interessanter, die Geschichten der 21 Menschen zu lesen.

Ich muss gestehen, dass mich natürlich die eine Geschichte mehr berührt hat, als die andere, aber alle wirkten sehr authentisch und ehrlich. Was die Menschen damals erlebt und durchgemacht haben, dass kann man sich nicht einmal ansatzweise vorstellen. Selbst wenn man diese Geschichten gelesen hat, so ist Vieles unbegreiflich. Ich bewundere Menschen, die dieses Grauen durchgestanden haben und danach weiterleben konnten (oder mussten). Ich weiß nicht, ob ich so stark wäre. Ich habe großen Respekt vor allen Menschen, die sich hier dem Leser öffnen und ihre Geschichten erzählen.

Wichtig und interessant fand ich die immer wieder als Kasten eingeschobenen Fakten. Ich muss gestehen, dass ich mich zu Schulzeiten nicht besonders für die Geschichte interessiert habe und mir vieles nicht bekannt war. Bei der Lektüre dieses Buches habe ich viel gelernt.

Von mir gibt es 5 Federn für ein wichtiges Dokument deutscher Geschichte, das viele Menschen lesen sollten. Da es sich um echte Erlebnisse handelt und nicht um reines, sachliches Faktenwissen, wie es oft in der Schule vermittelt wird, geht es sehr viel tiefer und macht auf einzigartige Weise klar, warum wir es nie wieder so weit kommen lassen dürfen.

Gepostet in 5 Federn, Gelesen 2015, Rezension
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