[Buchbesprechung] Kein Gott wie jeder andere – Chris Lind

Lind_kein_gott_wie_jeder_andereTitel: Kein Gott wie jeder andere

Autorin: Chris Lind

Verlag: Sieben Verlag

Erscheinungsjahr: 2014

Seiten: 205

 

Klappentext:
Cassie, Dr. Cassandra Leda, steht vor den Trümmern ihres Lebens. Ihr Ehemann hat sie für seine Sekretärin verlassen, ihre PR-Firma dümpelt vor sich hin und ihre Familie überzieht sie mit klugen Ratschlägen.
Als vier neue Kunden ihr Büro aufsuchen, scheint sich das Blatt zu wenden. Bis sich herausstellt, dass es sich um Zeus, Hades, Poseidon und Hermes persönlich handelt. Die griechischen Götter möchten sich in der Bundesrepublik ansiedeln und benötigen Cassies Beratung. Was zunächst eine nervenzehrende Herausforderung scheint, erweist sich bald als Segen und ihre Firma floriert. Doch während der fantastisch aussehende Apollon Cassie den Kopf verdreht, ahnt der attraktive Journalist Lennart, dass seltsame Dinge in der PR-Agentur vor sich gehen und lässt Cassie nicht mehr aus den Augen …

Meine Meinung:
Mich konnte das Buch nicht begeistern. Es wurde in meinen Augen zu viel nur durch Cassandra erzählt, und zu wenig waren wir bei den Taten der Götter dabei. Immer wieder war sie genervt davon, was die Götter anstellen, aber fast nichts davon habe ich als Leser live miterlebt. Irgendwie waren die Götter für mich fast alle nicht greifbar. Dies ändert sich ein bisschen in der zweiten Hälfte des Buches. Ab dem Zeitpunkt, ab dem Lennart eine größere Rolle spielt wird die Geschichte für mich flüssiger und spannender. Leider konnte dies für mich das Buch aber nicht rumreißen, denn auch hier ist viel zu schnell ein Glauben, ein Verstehen, eine Einigkeit da. Lennart wäre durchaus in der Lage gewesen, Cassandra deutlich mehr Stolpersteine in den Weg zu werfen und die Geschichte damit nochmal richtig spannend zu machen.

Nicht gefallen hat mir, dass Cassandra eigentlich von Anfang an überhaupt keine Zweifel hat, dass es wirklich Götter sind, die da vor ihrem Schreibtisch sitzen. Klar… griechische Götter kommen ja quasi auch jeden Tag zu einem ins Büro… Etwas mehr Skepsis wäre in meinen Augen durchaus angebracht gewesen, um Cassandra dem Leser glaubhaft zu machen. Auch erfährt man sehr wenig darüber, wie Cassandra es schafft, die Götter in ihren neuen Jobs unterzubringen. Zuerst sagt sie, dass es nicht so einfach sei, eine der Göttinnen als neue Familienministerin unterzubringen, was ja auch stimmt. Aber schwups, ein paar Seiten weiter, klappt es dann doch. Kein Wort dazu, wie das abgelaufen ist. Man bekommt dabei immer mehr das Gefühl, dass die Götter Cassandra eigentlich gar nicht brauchen, denn man erfährt einfach nicht, was sie für diese tut.

Insgesamt bin ich mit Cassandra überhaupt nicht warm geworden. Alleine schon, wieviel Angst sie bis zum Ende davor hat in einen Busch, einen Stein oder sonstwas verwandelt zu werden. Für mich passt dieses Verhalten nicht damit zusammen, dass sie für die Götter relativ schnell nach dem Kennenlernen Regeln aufstellt und ihnen Vorschriften macht. Hätte sie dazu dann wirklich den Mut gefunden?

Alles in allem muss ich gestehen, dass ich mit dem Schreibstil von Chris Lind nicht klar komme. Nach der Hälfte des Buches habe ich schon überlegt aufzugeben. Aber da ich das Buch als Wichtelgeschenk auf eigenen Wunsch bekommen habe, habe ich durchgehalten. Mich konnte das Buch leider nicht packen, da die Figuren und ihre Erlebnisse zu wenig greifbar waren. Ich fühlte mich als neutraler Beobachter, aber weder erreichten mich der Humor, noch die Emotionen.

Für die gute Recherche, was die Götter des alten Griechenland angeht und die Stimmigkeit dieser Fakten vergebe ich zwei Federn, aber für die Geschichte selbst kann ich keine Empfehlung aussprechen. Für mich war es das erste und auch letzte Buch dieser Autorin, da mir ihre Art zu schreiben leider nicht liegt.

Gepostet in 2 Federn, Gelesen 2015, Rezension
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Ein Kommentar zu [Buchbesprechung] Kein Gott wie jeder andere – Chris Lind

  1. Huhu!
    Ich kann dir da nur zustimmen, auch mich hat der Schreibstil und die Protagonistin sehr gestört. Aber da ich mir das E-Book auf Grund des interessant klingenden Klappentextes gekauft habe, habe auch ich mich bis zum Schluss durch gequält.

    LG Puppette

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