[Buchbesprechung] Ich bin in der Hölle gewesen – Kristiyana Valcheva

Valcheva_ich_bin_in_der_hoelle_gewesenTitel: Ich bin in der Hölle gewesen

Autorin: Kristiyana Valcheva

Verlag: Knaur Taschenbuch

Erscheinungsjahr: 2007

Seiten: 267

Klappentext:
Libyen, 1999: Ohne Vorwarnung wird die bulgarische Krankenschwester Kristiyana Valcheva zusammen mit vier Kolleginnen von der libyschen Polizei verhaftet. Damit beginnt ein entsetzlicher Alptraum, der acht Jahre lang dauern soll. Den Frauen wird zu Unrecht vorgeworfen, 400 Kinder vorsätzlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Obwohl sie trotz unvorstellbarer Qualen und Folter immer wieder ihre Unschuld beteuert, wird Kristiyana Valcheva zum Tode verurteilt. Der Fall geht weltweit durch die Medien, und in letzter Minute können die fünf Frauen gerettet werden. Jetzt hat Kristiyana Valcheva ihre Geschichte aufgeschrieben, damit die ganze Welt die Wahrheit über ihre Jahre in libyscher Gefangenschaft erfährt.

Meine Meinung:
Ich bin wirklich erschüttert. Die Geschichte von Kristiyana und ihren Mitgefangenen zeigt dem Leser die Abgründe der menschlichen Seele auf. Es ist unfassbar, dass so etwas Unmenschliches auf der Welt im 20./ 21. Jahrhundert noch passiert. Was sind das für Menschen? Kann man Leute, die anderen Menschen unsagbare Folter, von Schlägen bis der ganze Körper eine einzige Wunde ist, bis hin zu Elektroschocks antun überhaupt als Menschen bezeichnen? Ich denke nicht. Bestien, nichts anderes sind die Peiniger, die damals wie heute in mehr Ländern auf der Welt existieren, als wir uns wahrscheinlich vorstellen können.

Es ist unglaublich, wie lange die beteiligten Botschaften einfach weg geschaut haben und nichts unternommen wurde, um die Frauen zu retten. Auch wenn Kristiyana sehr eindrücklich schildert, was ihr in den 8 Jahren Gefangenschaft widerfahren ist, so kann man das Ausmaß des Grauens nicht wirklich erfassen. Kann ein Mensch aus solch massiver Folter überhaupt noch als Mensch hervorgehen? Wie wird ihr restliches Leben verlaufen?

Ich fand es sehr erschreckend, dass sie sich am Ende selbst die Schuld gibt. Sie sieht ihr Martyrium als Strafe Gottes dafür an, dass sie in ihrem Leben nach Wohlstand gestrebt hat, ihr Leben durch Feiern, materielle Anschaffungen und einfach die Freuden des Lebens genossen hat. Sie glaubt, dass Gott ihr zeigen wollte, dass das nicht der Sinn des Lebens ist.

Eine Bewertung mit Federn werde ich nicht vergeben. Das steht mir bei einem solchen Buch nicht zu.

Gepostet in Gelesen 2013, Rezension
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