[Buchbesprechung] Herrschaft der Alten – Alfred Bekker

Titel: Herrschaft der Alten

Autor: Alfred Bekker

Verlag: edition zweihorn

Erschienungsjahr: 2011

 

 

Klappentext:
Deutschland im Jahr 2100.

Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar gehören einer verschwindend kleinen Minderheit an: Sie sind Jugendliche!

Längst wird drei Viertel der Bevölkerung von den Alten und Uralten gestellt und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Schulen sind schon vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt worden – der Großteil des Staatshaushalts wird schließlich für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht. Damit aber die wenigen jungen Leute nicht scharenweise das konservative und innnovationsfeindliche Land verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr.

Auch wenn das unmöglich scheint: Benn ist wild entschlossen, aus diesem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Und er hat Glück! Die Auswirkung eines ungewöhnlich starken Sonnensturms, der die Erde trifft, eröffnet ihm und seinen Freunden die einmalige Chance zu einer dramatischen Flucht. Das Risiko, gefasst zu werden, ist hoch. Aber Benn weiß, dass seine Zukunft woanders liegt. Denn in über hundert anderen Ländern ist nichts so heiß begehrt wie die Jugend …

Meine Meinung:
Ich habe den Klappentext gelesen und wusste „DAS Buch muss auf meine Wunschliste“. Leider hatte ich dann auch sehr hohe Erwartungen an das Buch, die leider nicht erfüllt wurden. Die Idee hinter der Geschichte ist super. Die Wahrscheinlichkeit, dass das entwickelte Szenario irgendwann Realität wird ist gar nicht so gering und die Geschichte ist absolut logisch durchdacht und nachvollziehbar.

Leider bleiben die Figuren, wahrscheinlich auch der Kürze des Buches geschuldet, sehr blaß. Ich hatte Probleme mir die jungen Menschen und auch die ganze Gesellschaft um die es hier geht vorzustellen. Die Gesellschaft war etwas ausführlicher beschrieben, so dass man da schon Ahnungen hatte, aber gerade Benn, als Hauptperson kenne ich auch nach 150 Seiten leider immer noch nicht. Wie ist er aufgewachsen, wie kommt es, dass er fliehen will, was treibt ihn an (außer, dass er fliehen will)? Man erfährt recht wenig über seinen Alltag.

Mir ging auch die Flucht insgesamt viel zu einfach vonstatten. Man sollte meinen, dass eine Gesellschaft die so viel Wert darauf legt ihre jungen Menschen einzusperren und zu überwachen auch bessere Sicherheitssysteme hat um diese im Land zu halten. Hier hätte man den Jugendlichen sicher noch ein paar Steine in den Weg werfen können, um die Handlung spannender zu machen.

Fazit:
Als Klassenlektüre ist es aufgrund seiner Thematik und des Umfanges sicher gut geeignet. Über das beschrieben Szenario kann man gut diskutieren. Als Buch zum reinen Lesevergnügen wirkt es (inmitten der vielen spannenden Dystopien, die es zur Zeit auf dem Markt gibt) etwas zu langatmig und wenig spannungsgeladen.

Ich war am schwanken zwischen 3 Federn und 2 Federn, da ich dem Buch auch nicht Unrecht tun will. Es greift ein sehr aktuelles, sehr wichtiges Thema auf und sicher waren meine Erwartungen zu hoch. Dennoch habe ich mich entschieden: Ich vergebe nur 2 Federn, da es mich leider nicht fesseln konnte (normalerweise brauche ich für ca. 400 Seiten 2 Tage; für diese gerade mal 146 Seiten habe ich eine Woche gebraucht) und ich das Buch nicht unbedingt empfehlen würde.

PS: Mein Mann sah das übrigens ganz anders. Von ihm hätte das Buch locker 4 Federn bekommen, da er meinte: „Endlich mal ein Buch in dem nicht lange geschwafelt wird, sondern der Autor kommt zur Sache und bringt die Geschichte in einer angemessenen Länge zum Ende. Die Geschmäcker sind halt verschieden 😉

Gepostet in 2 Federn, Gelesen 2012, Rezension
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