[Buchbesprechung] Ferne Tochter – Renate Ahrens

Titel: Ferne Tochter

Autorin: Renate Ahrens

Verlag: Droemer Knaur

Erscheinungsjahr: 2012

Seiten: 274

 

Klappentext:
Der Anruf dauert höchstens drei Minuten, doch er verändert alles. Das neue Leben, das Judith sich in Rom aufgebaut hat, gerät ins Wanken. Sie wird eingeholt von dem, was sie vor zwanzig Jahren, nach einer verhängnisvollen Entscheidung, hinter sich gelassen hat – Hamburg, die Eltern, ihre Jugendliebe.

In Rom arbeitet Judith als Restauratorin von Fresken der Renaissance; Engel sind ihre Spezialität. Mit Francesco führt sie eine glückliche Ehe, nur Kinder sind ihnen versagt geblieben. Von ihrem früheren Leben ahnt er nichts. So hatte es bleiben sollen. Nie mehr, das hatte Judith sich geschworen, wollte sie nach Hamburg zurückkehren.

Aber jetzt muss sie zurück, muss sich ihrer Vergangenheit stellen – dem Tod des Vaters, der kranken Mutter und dem Menschen, an den sie die letzten zwanzig Jahre jeden Tag gedacht hat. Wie soll sie ihrem Mann erklären, dass ihr gemeinsames Leben auf einer Lüge basiert?

Meine Meinung:
Renate Ahrens hat ein ganz wunderbares Buch geschrieben. Ich habe angefangen zu lesen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich es durchgelesen.

Die in dem Buch behandelten Themen sind schwere Kost, keine Frage. Renate Ahrens schafft es aber durch ihren Schreibstil und die Art zu erzählen den Leser mitzunehmen und die schwere Kost leicht zu servieren. Von der ersten Seite an war mir die Hauptperson, Judith, sympathisch. Ich konnte sie förmlich vor mir sehen und mit ihrer Begeisterung für die Freseke, die sie gerade restauriert, steckte sie mich an, obwohl mich dieses Thema noch nie vorher beschäftigt hat. Richtig los ging es dann mit ihrer Reise nach Hamburg, bei der ich mit ihr gefühlt habe. Sie wirkt oft traurig, was auch kein Wunder ist und man möchte sie am liebsten in den Arm nehmen und trösten. Die Autorin schafft es, die ganze Zeit den Spannungsbogen zu halten, aber ihn nicht zu überreizen. Sie hält den Leser in der Geschichte gefangen.

Gut gelöst fand ich die Rückblenden, die uns die Geschichte von Judith erzählen. Nicht zu lang, nicht zu kurz und immer an den richtigen Stellen eingestreut, so dass sie nicht störend wirkten.

Die Autorin machte mir als Leserin mal wieder bewusst, welchen Stellenwert im Leben die Familie hat oder haben sollte. Sie macht außerdem klar, dass man seine Vergangenheit nicht auf Dauer verleugnen kann, sondern sich ihr irgendwann stellen muss. Auf Seiten 272 sind dann auch Tränen geflossen. So schön und so traurig zur gleichen Zeit… Lest selbst…

SPOILER zum lesen markieren Überrascht haben mich Judiths Freundin, Selina, sowie ihr Schwiegervater. Selina hatte ich zunächst als sehr kaltherzig eingestuft, aber sie entpuppte sich dann doch als echte Freundin. Judiths Schwiegervater ist erzkatholisch und hat seinem Sohn die Familie aufgekündigt, da dieser sich hat scheiden lassen. Als Judith ihrem Mann gegenüber die Lebenslüge zugab, hat ihr Schwiegervater ganz wunderbar reagiert. Damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Ich fand es aber sehr sympathisch.

Etwas befremdlich fand ich zunächst, dass das Handy in diesem Buch immer italienisch „telefonino“ genannt wird. Ich muss aber gestehen, dass es mir schnell nicht mehr auffiel und es im Nachhinein auch sehr gut passte. Das Buch schlägt so leise Töne an, dass das englische Wort Handy sogar störend gewirkt hätte.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen. Ein Buch welches mich total in seinen Bann gezogen hat und von mir verdiente 5 Federn bekommt.

Vielen Dank an den Verlag Droemer Knaur, dass ich dieses wunderbare Buch testlesen durfte.

Gepostet in 5 Federn, Gelesen 2012, Rezension
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2 Kommentare zu [Buchbesprechung] Ferne Tochter – Renate Ahrens

  1. Birte Bendschneider sagt:

    Liebe Yvonne,

    was für ein unglaublich gutes Buch du empfohlen hast – nur zweimal habe ich mich daran gesetzt und es war leider schon leer gelesen 🙂

    Herzlichen Dank für diese tolle Federvergabe – besonders in meiner jetzigen Zeit kann ich diese gut gebrauchen und werde morgen gleich mal wieder mit zwei deiner Buchempfehlungen in die Buchhandlung gehen – Danke Dir!

    Alles Gute Euch!

    Birte

    • Yvonnes Lesewelt sagt:

      Danke dir für den netten Kommentar! Das freut mich sehr!!
      Lieben Gruß und auch alles Gute für euch
      Yvonne

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