[Buchbesprechung] Dornenkuss – Bettina Belitz

Titel: Dornenkuss (Band 3)

Autorin: Bettina Belitz

Verlag: Script 5

Erscheinungsjahr: 2011

 

 

Klappentext:
Elisabeth Sturm hat am eigenen Leib erfahren, welche Gier, welche zerstörerische Kraft und welches Grauen in der Welt der Mahre lauern – und doch hält sie an ihrer Liebe zu Colin fest. Erschöpft und bis ins Mark verletzt, fürchtet und ersehnt sie den Tag, an dem er zurückkehrt und sie sich auf die Jagd nach Tessa machen, der uralten Mahrin, die ihr Glück bedroht.
In Italien hoffen sie, Tessa auf die Spur zu kommen und Hinweise auf Ellies verschollenen Vater zu erhalten. Fast gegen ihren Willen findet Ellie in der Hitze, dem Meer und der Kargheit des Landes die Ruhe, nach der sie sich seit Monaten sehnt, und dankbar gibt sie sich diesem neuen, freien Leben hin. Als von unerwarteter Seite ein Verbündeter auftaucht, scheinen die Antworten auf Ellies Fragen plötzlich greifbar. Aber je tiefer sie in das Geheimnis der Mahre eindringt, desto größer werden Ellies Zweifel: Ist selbst ihre Liebe nicht stark genug, um gegen Colins Hunger zu bestehen?

Meine Meinung:
Dornenkuss ist der Abschluss der Trilogie und leider auch der Band, der am schwächsten war. Fast alle Charaktere gingen mir diesmal leider nur noch auf die Nerven.

Ellie wird immer unausstehlicher. Auf Seite 184 war ich so weit, dass ich sie am liebsten einfach nur geschüttelt, an die Wand geklatscht oder verprügelt hätte und ich bin eigentlich kein gewalttätiger Mensch 😉 Kann man es Ellie eigentlich irgendwie Recht machen? Ich glaube nicht… Was für eine egoistisches Göre. Und auch auf den Seiten 457 und 520 zeigt sich, dass Ellie selbstsüchtig ist und immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Ich muss allerdings gestehen, dass ich mir nachdem ich die gesamte Geschichte gelesen hatte nicht mehr sicher bin, wo es wirklich Ellie ist, die so egoistisch ist und ab wann sie durch Beeinflussung nicht mehr Herr ihres Denkens und Handelns war. Aber selbst als sie wieder „normal“ ist, hat sie zunächst wenig Verständnis für Tillmanns Ängste und Nöte und dafür warum er zum Teil wie gehandelt hat. Sie erwartet aber, dass er sie versteht.

Gianna, von der ich mir recht viel versprochen hatte ist die überwiegende Zeit hysterisch. Kann man einerseits verstehen. Wer wäre das von uns nicht, wenn er das erleben würde, was die vier erleben, aber irgendwie ist es halt auch anstrengend.

Colin mit seinem überheblichen Gehabe übertreibt es auch langsam. Mir wurde er immer unsympathischer. Tillmann und Ellie sind bereit für ihn ihr Leben im Kampf gegen Tessa aufs Spiel zu setzen und eventuell in den Tod zu gehen. Colin honoriert das irgendwie so gar nicht. Er wirkt sehr gefühlskalt und überheblich.

Bettina Belitz schafft es auch hier wieder mir ihrem tollen bildhaften Schreibstil die Welt von Ellie und Colin so heraufzubeschwören, dass man sie förmlich vor sich sieht. Ich denke aber, dass hier weniger mehr gewesen wäre. Nach der Ankunft der vier Hauptpersonen in Italien passiert lange Zeit einfach gar nichts. Jeder lebt lethargisch vor sich hin. Einzig Tilmann bereitet sich auf den Kampf vor, aber davon erfährt der Leser nichts. Wenn hier gestrafft worden wäre, wäre sicherlich früher Spannung aufgekommen. So zogen sich die Seiten leider etwas.

Der Kampf mit Tessa, auf den ich nach Scherbenmond förmlich hingefiebert habe (wie wahrscheinlich alle anderen Leser auch) SPOILER! zum lesen markieren verläuft völlig unspektakulär. Ich war enttäuscht. Von dieser Szene hatte ich mir doch weitaus mehr erwartet, nachdem der Kampf gegen Francois in Scherbenmond richtig spannend war.

Genauso hat man nicht das Gefühl, dass Colin und Ellie für ihre Liebe kämpfen. Ich glaube das ist es auch, was mich so stört an diesem Buch. Mir hat bei allen Personen diesmal der Kampfgeist, der Biß, völlig gefehlt.

Ab 15/ 16 Jahren ist definitiv die richtige Alters-Empfehlung. In diesem Band der Trilogie kommt eindeutig für einen Jugendroman eine Menge von dem vor, worüber Ellie nicht gerne redet, was sie aber dennoch mit Colin tut. 😉

Mein Problem mit diesem Buch ist, dass ich ca. die halbe Geschichte nicht verstanden habe. Wer tut jetzt was warum? Erst ganz zum Ende fügte sich alles einigermaßen zu einem verständlichen Ganzen zusammen. Bis dahin war ich aber schon so abgeschreckt, dass es das leider nicht mehr rausreißen konnte.
Ich will Dornenkuss nicht zu schlecht reden, weil ich Splitterherz und Scherbenmond wirklich geliebt habe. Aber irgendwie hat Bettina Belitz es mir mit diesem Buch leicht gemacht von Ellie und Colin Abschied zu nehmen. Der Funke wollte einfach nicht mehr überspringen.

Das Einzige, was mir an diesem Buch richtig gut gefallen hat war das Ende vor dem Ende (also der Teil vor dem Epilog). Ich wurde in einen Strudel der Gefühle gezogen, Trauer, Glück, Wut, alles war dabei. Ich habe so geheult, das ich die letzten Seiten fast nicht mehr lesen konnte.

Mein Fazit:
Wer die ersten beiden Bände geliebt hat sollte Dornenkuss auf jeden Fall lesen, um die Geschichte rund zu machen. Meine sehr hohen Erwartungen konnte dieser Abschlussband jedoch leider nicht erfüllen. Jemandem, der die ersten beiden Bände nicht gelesen hat rate ich davon ab Dornenkuss zu lesen. Ich glaube nicht, dass man das Buch dann auch nur ansatzweise verstehen kann, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt.

Der stärkste Band der Reihe war für mich definitiv Scherbenmond.

Gepostet in 3 Federn, Gelesen 2012, Rezension
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