[Buchbesprechung] Die Mädchenwiese – Martin Krist

Titel: Die Mädchenwiese

Autor: Martin Krist

Verlag: Ullstein

Erscheinungsjahr: 2012

Seiten: 411

 

Klappentext:
Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die toten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu. Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.

Meine Meinung:
Das ganze Buch hat mich in eine unglaubliche Wut geworfen. Vielleicht sollte das bei einem Thriller auch normal sein, aber hier hat es der Autor durch seinen Schreibstil ganz besonders geschafft meine Wut heraufzubeschwören und anzuheizen. Dabei richtete sich meine Wut gar nicht mal so sehr auf den Mörder, sondern vor allem auf die restlichen Erwachsenen.
Laura und Frank: SPOILER zum lesen markieren Sam versucht die ganze Zeit verzweifelt den beiden mitzuteilen, was er herausgefunden hat und er wird, auch von Frank, von dem ich zunächst einen besseren Eindruck hatte, immer wieder abgespeist. Laura macht sich überhaupt keine Gedanken darüber, wie Sam sich in der Situation fühlt, sondern denkt nur daran, dass sie nicht mehr weiter kann. Laura war mir von der ersten bis fast zur letzten Seite unsympathisch. Natürlich befindet sie sich in einer Ausnahmesituation, aber wir erfahren auch, dass sie sich seit der Trennung von ihrem Mann nie wirklich gut um ihre Kinder gekümmert hat. Auf sie hatte ich eigentlich fast die größte Wut, SPOILER zum lesen markieren wenn man von Bertas Peinigern absieht.
Berta tut mir die ganze Zeit so unendlich leid. Sie hatte eine wundervolle Kindheit, die dann jäh endet und durch ein einfach nur grauenvolles Leben ersetzt wird. Man versteht nach und nach, warum sie heute ziemlich wirr ist. Eine Frau, die einem einfach nur unendlich leid tut. Aber auch bei Laura konnte ich am Ende nicht umhin, dass sie mir etwas leid tat. Eine mit sich und ihrem Leben völlig überforderte Frau. Dennoch muss sie als Mutter für ihre Kinder stark sein, finde ich. 

Am sympathischsten war mir Sam. Ein tapferer kleiner Junge, auch wenn er selbst sich für einen Angsthasen hält. Er hat wirklich Größe bewiesen.

Sehr sympathisch, auch wenn ich es zu Anfang nicht so recht fassen kann warum, war mir Alex. Er rührt mich irgendwie, vor allem, weil man merkt, dass da in seiner Vergangenheit etwas ist, was ihn nicht loslässt, aber die Häppchen immer erst nach und nach hingeworfen bekommt und ihn so erst nach und nach näher kennenlernt.

Durch verschiedene Aspekte, wie z. B. die Musik, die der Killer spielt, werden grauenvolle Bilder heraufbeschworen. Der Autor schreibt für meinen Geschmack schon fast zu bildhaft. Ich musste doch das eine oder andere Mal schwer schlucken. Aber gerade das macht diesen Thriller so wahnsinnig spannend.

Interessant fand ich die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen auf den Seiten 71 und 73.
SPOILER zum lesen markieren Erst geht es um „die Kleine“ und ihre Mutter. Es könnte sein, dass diese sich erhängt hat oder anders verstorben ist. Thema: „Tod“. Dann der Übergang zu Alex Garten, der einem Trümmerfeld gleicht und dessen Gurken zertreten wurden. „Chaos und Tod“ (soweit man bei Gurken von Tod reden kann).
Und dann der Übergang zu Lisas Mutter, die sich fragt, wie man in dem „Chaos“ in Lisas Zimmer Hinweise finden soll. Es stellt eine Verbindung zwischen den Szenen her, obwohl sie eigentlich völlig unabhängig voneinander sind. Laut Auskunft des Autors war das auch beabsichtigt und ich habe es mir also nicht nur eingebildet.

Insgesamt hat es Martin Krist geschafft einen spannenden und abwechslungsreichen Thriller zu schaffen, der mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Immer wieder werden neue Aspekte aufgeworfen und immer fügen sie sich gut in die Geschichte ein. Nichts wirkt konstruiert. Bis zum Ende hatte ich keine Ahnung, wer der Mörder ist.

Ein spannender, grausamer, wütend machender Thriller, der einen nicht mehr aus seinem Griff entlässt, bis man die letzte Seite gelesen hat. 5 volle Federn von mir.

Mein Dank für die Anfrage, ob ich Lust hätte „Die Mädchenwiese“ zu rezensieren und natürlich für das Rezensionsexemplar geht an Martin Krist.

Gepostet in 5 Federn, Gelesen 2012, Rezension
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2 Kommentare zu [Buchbesprechung] Die Mädchenwiese – Martin Krist

  1. Cori sagt:

    Die verschiedenen Gefühle kommen mir bekannt vor ^^
    ging mir genauso beim lesen…
    Wut, Angst, Fassungslosigkeit, Mitgefühl, Unverständnis…
    Eine breite Palette 🙂

  2. Sabine sagt:

    Jetzt weiß ich wieder, warum dieses Buch auf meiner Wunschliste liegt.

    LG
    Sabine

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