[Buchbesprechung] Die Herrschaft der Masken – Sabaa Tahir

Tahir_Elias_Laia_1Titel: Die Herrschaft der Masken (Elias & Laia; Band 1)

Autorin: Sabaa Tahir

Verlag: One (Bastei Lübbe)

Erscheinungsjahr: 2015

Seiten: 507

 

Klappentext:
Wie überlebt man in einer Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen? Elias und Laia stehen auf unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft.
Während Elias in der berühmten Militärakademie von Schwarzkliff dazu ausgebildet wird, als Elite-Krieger die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an. Als Sklavin getarnt, dringt sie in das Innerste von Schwarzkliff vor. Dort trifft sie auf Elias, den jungen Krieger, der eigentlich ihr Feind sein müsste …

Meine Meinung:
Ein paar Wochen bin ich um dieses Buch herumgeschlichen, aber als ich ein Buch als Geburtstagsgeschenk kaufen musste, kam ich einfach nicht mehr an Elias und Laia vorbei. Das Buch wanderte in meinen Korb und dann habe ich es auch sehr schnell angefangen und leider auch genauso schnell beendet. Nein, nicht, was ihr denkt. Nicht schnell beendet im Sinne von abgebrochen… Schnell beendet im Sinne von, ich habe bis halb die Nacht durch gelesen, obwohl ich am nächsten Tag arbeiten musste, weil die Geschichte so spannend war.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Elias und von Laia erzählt, so dass wir einen guten Einblick in das Seelenleben beider Figuren bekommen. Die Wege der beiden Protagonisten kreuzen sich zu Beginn  nur sporadisch, aber dann mehr und mehr, wobei sie relativ wenig miteinander interagieren. Wie sollten sie auch? Elias ist in der Ausbildung, eine Maske zu werden. Laia steht genau auf der anderen Seite des Systems. Sie gehört zu der unterdrückten Bevölkerungsgruppe.  Sie stehen auf völlig unterschiedlichen Seiten des Regimes. Glauben sie zumindest voneinander…

Beide beweisen unheimlich viel Mut und ich habe sowohl Laia, als auch Elias bewundert. Sie beweisen Köpfchen, und handeln nachvollziehbar. Laias macht von den beiden die stärkere Entwicklung durch. Ist sie am Anfang ein kleines naives Mädchen, so muss sie, auch durch das, was ihr widerfährt, schnell erwachsen werden. Sie entwickelt eine tolle Persönlichkeit.

Neben Laias und Elias sind wichtige Nebenfiguren vor allem Laias Leidensgenossin Izzi, sowie die Köchin. Bei der Köchin bin ich allerdings noch immer nicht ganz sicher, auf welcher Seite sie nun eigentlich steht. Nichts desto trotz hat sie ein ums andere Mal richtig gehandelt, auch wenn es zunächst nicht den Anschein hat. Auf Elias Seite ist es Helena, genannt Hel, die einzige Frau unter den Anwärtern. Auf die Entwicklung, die Hel in den weiteren Bänden erfahren wird bin ich sehr gespannt. Sie ist völlig anders als Laia, aber eine ebenso starke Persönlichkeit. Hel ist viel stärker im System verankert, als Elias. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das so bleiben wird.

Sabaa Tahir schafft es, ihre Welt dem Leser nahe zu bringen. Sie gibt über das Buch verstreut genug Hintergrundinformationen, dass man weiß, wie die Welt in der Laia und Elias heute Leben, entstanden ist. Man erfährt etwas darüber, wie die Martialen an die Herrschaft gekommen sind und wieso das System heute ist, wie es eben ist. Auch über Laias Eltern erfahren wir sehr viel und man bekommt ein gutes Verständnis für die Zusammenhänge.

Die Geschichte entwickelt sich stetig vorwärts und zieht den Leser in ihren Bann. Sie ist unterhaltend, oft grausam, sehr fesselnd und einfach wunderbar geschrieben. Bei aller Grausamkeit, die wir über viele der Seiten erleben müssen, ist die Szene auf dem Mondfest für eine kurze Zeit wunderbar erholsam und sehr sehr schön.

Nicht gefallen hat mir, dass die Autorin ein bisschen mit dem Zufall gearbeitet hat. An einigen Stellen, als es wirklich knapp wurde, hatte eine der Figuren zufällig einen undurchdringlichen Harnisch an und zufällig entdeckte sie an anderer Stelle ihre magischen, heilerischen Fähigkeiten, obwohl zuvor in dem ganzen Buch nie gesagt wurde, dass es Menschen gibt, die diese Fähigkeiten haben.

Für ein Jugendbuch empfinde ich „Die Herrschaft der Masken“ als sehr grausam und blutig. Es wird ab 14 Jahren empfohlen. Ich würde es meinem 14jährigen Kind allerdings nicht geben.

Trotz der kleinen Kritikpunkte kann ich einfach nicht anders, als 5 Federn zu vergeben. Ich habe mich durch die Geschichte perfekt unterhalten gefühlt und weiß nicht, wie ich es aushalten soll, bis Band 2 endlich erscheint.

Gepostet in 5 Federn, Gelesen 2015, Rezension
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4 Kommentare zu [Buchbesprechung] Die Herrschaft der Masken – Sabaa Tahir

  1. Lena sagt:

    Hey 😉
    Um dieses Buch schleiche ich auch schon eine Ewigkeit herum, aber bisher habe ich es noch nicht gekauft…
    Toll, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Ich liebe Bücher, die man gar nicht mehr aus der Hand legen will und an einem Tag verschlingt.
    Was mir an dem Buch gefällt ist, dass es aus beiden Sichten geschreiben wurde, so ist das Buch sogar noch interessanter für mich zum Kaufen.

    Liebe Grüße
    Lena

  2. Kerstin sagt:

    Huhuu,
    ich finde das Cover ja ganz schrecklich 😀 Es sieht so sehr nach Romantasy aus. Da gefällt mir das Original wesentlich besser und das ist auch inzwischen auf meiner Wunschliste 🙂
    Lg Kerstin

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