[Buchbesprechung] Aschenputtels letzter Tanz – Kathleen Weise

Titel: Aschenputtels letzter Tanz

Autorin: Kathleen Weise

Verlag: Thienemann Verlag/ Planet Girl

Erscheinungsjahr: 2012

 

Klappentext:
Grauer Nebel liegt über dem Moor, als Harpers Cousine Elsa überfallen wird. Ein Aschenputtelzitat – das ist die einzige Spur, die der Täter bei der jungen Tänzerin hinterlassen hat. Während die Polizei fieberhaft nach ihm fahndet, geht die Angst in dem kleinen Städtchen um. Nur Harper will nicht tatenlos abwarten. Sie beginnt Fragen zu stellen und schwebt bald selbst in Gefahr. Denn der Täter hat schon das nächste Opfer im Visier …

Meine Meinung:
Zunächst einmal ist das Cover wunderschön. Eher minimalistisch, aber zum verlieben. Ganz besonders schön finde ich auch die roten Ranken auf dem Buchschnitt. Wow!

Aschenputtels letzter Tanz ist ein Thriller für Jugendliche. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Harper. Sie macht gemeinsam mit ihrer Mutter Ferien auf dem Herrenhaus ihrer Großmutter. Ihre Cousine, Elsa, wurde überfallen, will selber aber nicht, dass die Polizei nach dem Täter sucht. Warum das so ist bleibt lange Zeit unklar, aber Harper fängt trotzdem auf eigene Faust an zu ermitteln. Man erfährt so im Laufe des Buches einiges über Harper, so dass man sie sich recht gut vorstellen kann. Schön geschildert ist auch die Freundschaft, die sich im Laufe der Zeit zu Tobi aufbaut.

Die Geschichte wird mit einfachen Worten, aber dennoch einer sehr reichen, bildhaften Sprache erzählt.  Das Moor wird toll beschrieben, so dass man direkt das Gefühl hat da zu sein. Das gesamte Buch liest sich sehr flüssig.

Die Themenidee mit den Märchen fand ich einfach Klasse. Vielleicht hätte man das Thema sogar noch etwas mehr ausbauen können, aber alles in allem eine sehr gute Idee, die mich fasziniert hat.

Gut dargestellt wird auch das Kleinstadtleben insgesamt. Auf der einen Seite kennt jeder jeden, auf der anderen Seite ist dieses „kennen“ sehr oberflächlich. Als Tobi und Harper sich auf die Suche nach Informationen begeben merkt man schnell, dass die Jugendlichen eigentlich nichts übereinander wissen. Außerdem die Dynamik, die sich in einer Kleinstadt entwickelt, wenn Verbrechen passieren. Diejenigen, die nicht ganz angepasst leben werden erstmal von der Gemeinschaft verdächtigt und vorverurteilt, auch wenn zweifelsfrei bewiesen ist, dass sie die Verbrechen nicht begangen haben. Das interessiert den Mob dann nicht mehr.

Ziemlich lange blieben für mich die Motive für die Taten verborgen, so dass das Ende recht überraschend war. Ab ungefähr der Hälfte des Buches kamen immer mehr Fakten zum Vorschein, so dass es sich ankündigte, dennoch hatte ich bis zum Ende einen anderen Verdacht. Trotz der Überraschung war alles aber sehr schlüssig, so dass ich das Buch insgesamt total genossen habe. Das Ende macht auf jeden Fall sehr nachdenklich, ich will hier aber nicht zu viel verraten, damit das Buch auch für andere Leser noch spannend bleibt.

Das Buch bekommt von mir 4 Federn. Ich denke, dass junge Mädchen das Buch lieben werden. Für Erwachsene ist es auch gut zu lesen, aber es erfüllt dann nicht ganz das, was man bei einem Thriller an Spannung erwarten würde.

Ganz herzlichen Dank an den Verlag Planet Girl für dieses Buch!

Gepostet in 4 Federn, Gelesen 2012, Rezension
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